Nicht-operative Myom-Therapien

Nicht-operative Myom-Therapien

Beschwerde verursachende Myome können ohne größere Verletzungen der Haut bzw. Weichteile medizinisch behandelt werden. Interventionelle Radiologen führen – in Kooperation mit einem Arzt der Gynäkologie  – folgende Myom-Therapien durch:

Fokussierter Ultraschall (MR-HIFU bzw. MrgFUS)

Diese ambulant durchgeführte Therapie bringt einzelne Myomknoten zum Einschmelzen ohne eine operative Verletzung der Außenhaut. Es wird deshalb von einer sog. „Chirurgie ohne Messer“ gesprochen. In einem MRT-Gerät zur Bildgebung liegt die Patientin auf dem Bauch auf einer Ultraschall-Matte. In die Matte eingebaut ist ein Gerät – Transducer –  der die Ultraschall-Energie bündelt. Stellen Sie sich eine Lupe vor, mit der Sie das Sonnenlicht einfangen und bündeln. So ähnlich funktioniert der fokussierte Ultraschall. Der Radiologe steuert durch die permanente Bildgebung des MRT den Ultraschall punktgenau auf die Myomknoten der Patientin. Durch die gebündelte Hitze des fokussiertern Ultraschalls werden die Myomzellen zum Einschmelzen gebracht. Dadurch verringert sich die Größe der Knoten, sie schrumpfen. Durch die Verkleinerung können durch das Volumen bzw. die Masse der Myomknoten verursachte Beschwerden zurück gehen. Während des Eingriffs sind Sie bei Bewusstsein und können nach dem Eingriff das Krankenhaus sofort verlassen. Weitere Infos.

Auf der Seite unseres Co-Sponsors Philips finden Sie Erfahrungsberichte von Frauen und eine Erläuterung des MR-HIFU Verfahrens durch Dr. Peter Hunold, leitender Oberarzt, Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck (Deutschland).

Myomembolisation (UFE)

Diese etablierte Myom-Therapie nutzt die Erkenntnis, dass Myome in der Gebärmutter ihre Nährstoffe über die Blutgefäße erhalten und dadurch wachsen. Wird die Nährstoffversorgung unterbrochen, können die Myome schrumpfen und ein Rückgang der Beschwerden erzielt werden. Ihre Gebärmutter bleibt erhalten. Die Gebärmutter wird über die Arteria Uterinae gespeist, die  – einem umgedrehten Ypsilon gleichend – die Gebärmutterwand mit Blut versorgt. An der Wand selbst verästeln sich die Blutgefäße in viele kleine Nebenzweige, wobei manche davon zum Myom bzw. den Myomen führen und nähren. Mit Durchleuchtungskontrolle unter Kontrastmittelgabe kann der interventionelle Radiologe genau erkennen, welches Myom bzw. Myome über welche feinen Blutgefäßverästelungen mit Nährstoffen versorgt werden. So weiß er ganz genau, welche er verschließen muss, ohne die Blutzufuhr zum Uterus komplett zu unterbrechen. Da das Blut im Körper immer nur in eine Richtung fließt, kann er mit Hilfe von Sandkorn kleinen Kügelchen diese Myom-Blutgefäße gezielt verstopfen und das Myom von der Blutzufuhr lösen. Das Myom hungert aus, verändert seine Konsistenz von hart zu weich und kann schrumpfen. Dadurch gehen die Beschwerden, die durch das Myom ausgelöst wurden, zurück. Wird es weich, ändert sich der Druck auf umliegende Organe. Ebenso, wenn es schrumpft. Starke Blutungen reduzieren sich, Ihre Gebärmutter bleibt erhalten. Während des Eingriffs sind Sie bei Bewusstsein und verbringen 2-3 Tage im Anschluss an die Myomembolisation im Krankenhaus zur Kontrolle. Weitere Infos.

Kantonspital Winterthur, Schweiz: Herr Prof. Christoph Binkert, Direktor des Institut für Radiologie und sein kooperierender Facharzt Herr Dr. med Thomas Hess, Direktor Departement für Geburtshilfe und Gynäkologie, Chefarzt Klinik für Gynäkologie erklären in einem ca. 6 Minuten langen Video das Prinzip der Myomembolisation – Video auf Schweizerdeutsch ansehen – or watch the explanatory video of the uterine fibroid embolisation treatment in English, please.