Adenomyose – Beschwerden und Diagnose

Adenomyose – Beschwerden und Diagnose

Adenomyose – Beschwerden wie erkennen?

Adenomyose (Adenomyosis uteri) kann sehr diffuse Beschwerden verursachen. Sollten Sie den Eindruck haben, von dieser Sonderform der Endometriose betroffen zu sein, wenden Sie sih bitte an einen  speziell für Endometriose geschulten Facharzt bzw. Endokrinologen. Für Sie alleine ist das Beschwerdebild ohne ärztlichen Rat eher vergeichbar mit einem Herumstochern im Nebel, denn Adenomyose ähnliche Symptome können deckungsgleich sein mit Symptomen anderer Erkrankungen, die gar nichts mit einer Adenomyose zu tun haben. Sollten Sie also anhand Ihrer Beschwerden und den hier aufgeführten Adenomyose Symptomen den Verdacht haben, betroffen zu sein, vereinbaren Sie bitte einen ärztlichen Untersuchungstermin.  Zugleich empfiehlt sich, bis zum Arzttermin ein Symptom Tagebuch zu führen.

Adenomyose – Was sollte der Arzt über die Ihre Symptome wissen?

  • Typische Symptome einer Adenomyose
  • Unterbauchschmerz
  • Regelschmerzen (Dysmenorrhoe)
  • Starke Blutungen (Hypermenorrhoe)
  • Lange Blutungen (Menorrhagie)
  • Unregelmäßige Zwischenblutungen (Metrorrhagie)
  • Schmerzen beim Sex
  • Unerfüllter Kinderwunsch
  • Druck auf die Blase

Das wichtigste Symptom einer Adenomyose ist der Unterbauchschmerz. Im Vordergrund stehen Regelschmerzen (Dysmenorrhoe) und/oder starke (Hypermenorrhoe), verlängerte Blutungen (Menorrhagie), auch unregelmäßige Zwischenblutungen (Metrorrhagie) kommen vor.

Adenomyose – in welchem Zeitraum treten die Beschwerden auf?

Die Beschwerden können etwa eine Woche vor der Regelblutung im Zuge des Ungleichgewichts zwischen Östrogenen und Gestagenen während des Zyklus beginnen. Auch ein erhöhter Blasendruck und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) können auftreten. Daneben kann ein unerfüllter Kinderwunsch vorhanden sein.

Diese zuweilen wenig genauen Beschwerden sind auch der Grund dafür, dass zwischen dem ersten Auftreten der Symptome und einer sicheren Diagnose ein größerer Zeitraum – auch Monate bis Jahre – liegen kann. Ihr Handeln ist also gefragt. Je früher Sie die Initiative ergreifen, umso eher besteht für Sie die Chance der rechtzeitigen Diagnose. Gerade bei unerfülltem Kinderwunsch ist Ihre biologische Uhr mit ausschlaggebend. Bitte handeln Sie rechtzeitig zum Wohle Ihrer Gesundheit.

Adenomyose  Diagnose – Wie wird eine Adenomyose vom Arzt erkannt?

Wenn sich im ersten Arzt-Patientin-Gespräch Hinweise wie z. B. Schmerzen oder Veränderungen bei der Regelblutung ergeben oder sich in der allgemeinen gynäkologischen Untersuchung des Unterbauches dem Untersucher eine vergrößerte oder druckempfindliche Gebärmutter darstellt – die Untersuchung kann für Sie kurzzeitig unangenehm sein – dann wird der Facharzt diesen Anzeichen auf Ihren Hinweis hin nachgehen.

Um den Verdacht für eine Adenomyose genauer zu klären, können weitere Untersuchungen folgen: eine vaginale Ultraschalluntersuchung in Kombination mit einer eine Magnetresonanztomographie (MRT). Gängig in der Praxis eines niedergelassenen Frauenarztes ist die Ultraschalluntersuchung. Hier lassen sich spezifische Areale in der Gebärmuttermuskulatur abgrenzen. Die MRT Untersuchung stellt eine mögliche sinnvolle Ergänzung dar, insofern die vaginale Ultraschall Untersuchung an ihre Grenzen stößt. Auf einem MRT lässt sich eine Adenomyose durch kleine weiße Pünktchen in der Gebärmuttermuskulatur erkennen. Medizinische Experten diskutieren derzeit darüber, ob der intensivere Einsatz von MRT-Untersuchungen vor allem bei Frauen mit unerfülltem Kinderwusch und einer noch unbekannten Adenomyose einen Vorteil für diese Frauen erbringen könnte. Sie als möglicherweise Betroffene sollten diese Möglichkeit, die Ihrem Arzt und Ihnen womöglich Diagnose-Gewissheit bringt, im persönlichen Gespräch diskutieren und ggf. nutzen.

Ob es sich bei Ihren Beschwerden wirklich um eine Adenomyose handelt, kann mit voller medizinischer Gewissheit nur durch die Gewebeuntersuchung ermöglicht werden. Das bedeutet, ein winziges Stück Ihrer Gebärmuttermuskulatur wird entnommen – eine sogenannte Histologie.

Diagnose Adenomyose – was ist für Sie persönlich wichtig? Beschwerdefreiheit, Kinderwunsch, Organerhalt?

Adenomyose ist behandelbar - Sie können mit entscheiden, welche Therapie für Sie die beste ist.

So individuell wie der Körper einer Frau ist auch der Verlauf einer Adenomyose. Sollten Sie Beschwerden aufweisen, die dem Krankheitsbild einer Adenomyose entsprechen, fragen Sie sich bitte:

  • Was ist das Hauptsymptom, was ich gelindert haben möchte? Welche Beschwerden machen mir köperlich, welche auf seelischer Ebene zu schaffen?
  • Was kann ich als Frau konkret tun, um meine Beschwerden zu lindern?
  • Welche Therapiemöglichkeiten ergeben sich für mich in meiner individuellen Situation?
  • Habe ich einen unerfüllten Kinderwunsch, den ich in den nächsten Monaten bzw. Jahren noch umsetzen kann?
  • Ist mir ein Organerhalt wichtiger als die Linderung meiner Beschwerden?
  • Was sind für mich die Chancen und Risiken einer Organentfernung?

Adenomyose und andere Erkrankungen

Eine besondere Herausforderung für Ihren Arzt ist es, Endometrioseherde in der Gebärmuttermuskulatur, also eine Adenomyose, von einem Myom zu unterscheiden, wenn es sich dabei um ein Myom in der Gebärmuttermuskulatur handelt oder wenn eine Adenomyose und ein Myom gemeinsam auftreten (Adenomyom genannt).

Die Adenomyose kann  allein oder zusammen mit unterschiedlichen Formen der Endometriose auftreten. Untersuchungen haben ergeben, dass vor allem eine tief infiltrierende Endometriose (kurz TIE) oft mit einer Adenomyose assoziiert ist. Dabei handelt es sich um eine Endometriose, die die Oberfläche (zumeist das Bauchfell) überschreitet und in das benachbarte Gewebe oder in benachbarte Organe (Blase, Darm, Harnleiter …) hineinwächst und eine Eindringtiefe von über 0,5 cm aufweist.*

Die genaue Erfassung von spezifischen Symptomen Ihres Gesundheitszustandes kann für die Diagnosestellung und Therapie durch Ihren Arzt von großer Bedeutung sein.

 

* Hintergrundliteratur: Interdisziplinäre S2k-Leitlinie für die Diagnostik und Therapie der Endometriose, AWMF-Register Nr. 015/045, aktueller Stand: 08/2013

Die Leitlinie wird von folgenden Fachgesellschaften und Organisationen getragen:

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG)

– Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Endoskopie (AGE)

– Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie (AGO) e. V.

– Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin e. V.

Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe (DGPFG)

Deutsche Gesellschaft für Viszeralchirurgie e. V. (DGAV)

Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V.

Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (ÖGGG)

Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG)

Tschechische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe

Stiftung Endometriose-Forschung (SEF)

Europäische Endometriose-Liga (EEL)

Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V.

Endometriose-Vereinigung Austria

Quellenverzeichnis