Myomentfernung (Gebärmutter erhaltend)

Myomentfernung (Gebärmutter erhaltend)

Kurzzusammenfassung

Die Myomentfernung ist eine operative und Gebärmutter erhaltende Operation, bei welcher der Arzt* mit medizinischen Instrumenten die gutartigen Gewebeknoten (Myome) aus der Gebärmutter entfernt. Je nach Lage, Größe und Anzahl Ihrer Myome gibt es verschiedene Wege der Myomektomie bzw. -enukleation:

  • Hysteroskopische Myomektomie: Für den Eingriff wird der natürliche Zugang über die Vagina zur Gebärmutter genutzt und das Myom mit einer Elektroschlinge abgetragen. Dieses Verfahren ist für die in die Gebärmutterhöhle hineinragenden Myome geeignet.
  • Laparoskopische Myomektomie: Über die Bauchdecke und den Bauchnabel werden Instrumente eingeführt, um in bzw. an die Gebärmutter und somit zu den Myomen zu gelangen. Der Bauchraum wird mit Kohlendioxidgas gefüllt, um dem Operateur ein größeres Sichtfeld bei der OP zu ermöglichen.
  • Myomektomie per Laparotomie: Mit einem Schnitt in die Bauchdecke wird die Gebärmutter mit den Myomen (Uterus myomatosus) freigelegt und die Myome werden entfernt.

Die Myomentfernung wird unter Vollnarkose durchgeführt. Je nach Anzahl Ihrer gutartigen Gewebeknoten (Myome) und deren Lage sowie Größe kann der Eingriff von 30 Minuten bis zu mehreren Stunden dauern. Die laparoskopische und hysteroskopische Myomentfernung können bei kürzeren Eingriffen und kleineren Myomen ambulant erfolgen.

Sind Ihre Myome größer, können mehrfache hysteroskopische Eingriffe nötig sein. Bei vielen größeren Myomen ist der laparoskopisch durchgeführte Eingriff aufwendiger, die Narkosezeit verlängert sich. Bei der Laparotomie ist ein stationärer Aufenthalt samt Nachbetreuung erforderlich.

Die laparoskopische und hysteroskopische Myomentfernung gelten als minimal-invasive Eingriffe. Das bedeutet: die Zugangswege zum Bauchraum und damit die Wunden sind so klein wie möglich. Die operativen Öffnungen bei der laparoskopischen Myomentfernung können in ihrer Größe zwischen 1 bis 4 cm variieren.

Was kann die Therapie für mich bewirken?

Mit dem organerhaltenden Therapieverfahren Myomentfernung (Myomektomie bzw. –enukleation) können Ihre Myome entfernt und Ihre Gebärmutter erhalten werden. Beschwerden, die Ihnen durch die Myome entstanden, können gelindert werden. Ziel der Therapie ist es, Ihre Fruchtbarkeit zu erhalten.

Ist das Verfahren zur Linderung meiner myombedingten Beschwerden geeignet?

Die Verfahren der Myomentfernung eignen sich zur Behandlung intramuraler, subseröser, submuköser und gestielter Myome. Größere Myome können ebenfalls organerhaltend entfernt werden. Das Entfernen eines großen Myoms im Bauch durch laparoskopische Myomektomie kann aufwendig werden. Doch für die Wahl des Zugangsweges ist die Lage und Anzahl der gutartigen Gewebeknoten (Myome) entscheidend. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt über alle Chancen und Risiken der Myomtherapien. Nach gründlicher Untersuchung mit bildgebender Diagnostik wie z.B. Ultraschall oder MRT wissen Ihr Arzt und Sie genau über die Anzahl, Lage und Größe der Myome Bescheid. Das erleichtert die Entscheidung, welche Art der Myomentfernung (Myomenukleation bzw. -ektomie) für Sie die Beste ist.

Der Rat zu einer Operation – und sei sie noch so klein – kann in Ihnen das Gefühl der Angst erwecken. Wissen und Informationen können Ihnen ein Stück weit Ihre Angst, vielleicht sogar Befürchtungen nehmen. Bitte besprechen Sie mit Ihrem Arzt alle Ihre aufkommenden Fragen und Unklarheiten. Falls Sie unter Druck stehen oder sich gehetzt fühlen: Bitte nehmen Sie sich ausreichend Bedenkzeit. Ihr Myom ist gutartig und wächst meist nicht so schnell, dass Sie sich sofort für eine Behandlungsmethode entscheiden müssen. Stellen Sie Ihrem Arzt so viele Fragen, bis Sie für sich genügend Informationen und somit eine gute Grundlage für Ihre Entscheidung haben.

Myomentfernung (Myomektomie bzw. -enukleation) und Schwangerschaft

Haben Sie einen Kinderwunsch und Ihre Familienplanung ist noch nicht abgeschlossen? Die Myomentfernung ist eine organerhaltende Operation, d.h. das Ziel ist es, die Gebärmutter und Ihre Fruchtbarkeit (Fertilität) zu bewahren.
Vielfach sind Frauen nach der Myomentfernung schwanger geworden und brachten ein Kind zur Welt. Wurde die Form der Gebärmutterhöhle durch gutartige Gewebeknoten (Myome) stark verändert und erfolgte die Entfernung der Myome, kann dies eine Schwangerschaft begünstigen.

Ihre Fruchtbarkeit (Fertilität) kann je nach Lage der Operationswunde, Anzahl der Myome und Verlauf der Myomentfernung weitestgehend erhalten bleiben. Sprechen Sie bitte Ihren Arzt vor Ihrer Entscheidung zum Behandlungsverfahren auf Ihre Familienplanung an.

Vorgespräche und Nachsorge bei den Verfahren der Myomentfernung (Myomektomie bzw. -enukleation)

Welche Art der Myomentfernung für Sie die richtige ist, hängt von der Lage, Größe und Anzahl Ihrer gutartigen Gewebeknoten (Myome) ab. Bitte sprechen Sie ausführlich mit Ihrem Gynäkologen. Er erklärt Ihnen die minimal-invasiven Eingriffe und die Laparotomie oder vermittelt Sie an einen Kollegen. Falls bei Ihnen ein Kinderwunsch besteht, sprechen Sie dies bitte bei Ihrem Arzt im Vorgespräch zur Operation an. Je nach Eingriff kann es sein, dass eine Kinderwunschpause von 6 bis 12 Monaten auf Sie zukommt. Bei einer regelmäßigen Kontrolluntersuchung mit bildgebender Diagnostik (Ultraschall, MRT) in kurzen Abständen von 3 bis 6 Monaten wird beobachtet, ob sich eventuell erneut Myome bilden. Die genaue Beobachtung Ihrer Wundheilung ermöglicht es Ihnen, frühzeitig den Kontakt zu Ihrem Arzt aufzunehmen. Falls Sie Schmerzen haben, geben Sie bitte Ihrem Arzt schnellstmöglich Bescheid. Er kann Ihnen entsprechende Medikamente zur Schmerzbehandlung verschreiben oder diagnostische Untersuchungen veranlassen, um Komplikationen auszuschließen.