Mögliche Beschwerden bei Myomen

Mögliche Beschwerden bei Myomen

Myome Symptome

Die meisten Myome in der Gebärmutter bleiben unbemerkt, bis der Arzt* sie zufällig bei der gynäkologischen Untersuchung oder der Ultraschalluntersuchung entdeckt. Die meisten Frauen haben keine Beschwerden oder Symptome wie z.B. Schmerzen, die auf eine Gebärmutter mit Myomen (Uterus myomatosus) hinweisen. Nur 10 bis 20% der Frauen haben durch ihre Myome solch starke Beeinträchtigungen, dass eine Behandlung notwendig ist.





Schmerzen und Krämpfe durch Myome

Die häufigsten Beschwerden einer myomatös veränderten Gebärmutter (Uterus myomatosus) sind Schmerzen, Krämpfe und Blutungsstörungen. Diese Störungen Ihres Zyklus können jedoch genauso gut Symptome für eine Entzündung, eine Versprengung schleimhautähnlicher Strukturen an andere Körperstellen (Endometriose) oder ein Ungleichgewicht des Hormonhaushalts sein. Schmerzen, Krämpfe und Blutungsstörungen sind die üblichen Zeichen der Gebärmutter, die zum Ausdruck bringen: „Bei mir stimmt etwas nicht!“ Und selbst, wenn Sie die genannten Beschwerden und gleichzeitig Myome haben, muss die einfachste Antwort nicht die richtige sein. Sollten Ihre Beschwerden auf Ihre myomatös veränderte Gebärmutter zurückzuführen sein, spricht man von einem symptomatischen Uterus myomatosus.

Bitte nehmen Sie sich die Zeit, das erste Unwohlsein über die Diagnose „Myome“ sacken zu lassen. Machen Sie in Ruhe den nächsten Schritt: herauszufinden, was genau mit Ihrer Gebärmutter nicht stimmt. Ihr Arzt kann mit bildgebender Diagnostik die Anzahl, Lage und Größe der Myome bestimmen. Daraus kann geschlossen werden, ob Ihre Beschwerden ursächlich mit den Myomen zusammenhängen. Durch weitere Untersuchungen und Beobachtung Ihres Zyklus können Sie sich gemeinsam mit Ihrem Arzt auf die Suche machen. Schließen Sie bitte erst andere Erkrankungen mit einem ähnlichen Beschwerdebild aus, bevor Sie sich mit den Therapieverfahren für gutartige Gewebeknoten (Myome) auseinandersetzen. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arzt. Er hat die Erfahrung und das Wissen, um Sie bei dieser Suche tatkräftig zu unterstützen.



Gutartige Gewebeknoten (Myome) können während der Blutungen krampfartige Schmerzen verursachen. Gelegentlich treten Kreuzschmerzen und diffuse Unterleibschmerzen außerhalb der Regel auf. Liegt das Myom beispielsweise innerhalb der Gebärmutterwand (intramural), werden die Schmerzen in der zweiten Zyklushälfte und bei körperlicher Anstrengung stärker. Ist die myomatös veränderte Gebärmutter durch viele größere Myome so verlagert, dass sie auf Nerven drückt, können sich die Schmerzen unabhängig vom Zyklus bis in die Beine ziehen. Sehr selten entsteht in diesem Falle ein Taubheitsgefühl in den Beinen.

Ein nicht ausreichend durchbluteter gutartiger Muskelknoten (Myom) verursacht starke Schmerzen. Diese treten in den Wechseljahren auf, wenn die Myome schlechter durchblutet werden. Es bilden sich mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume. Die Hohlräume können sich später wieder schließen. Gelegentlich treten bei dieser Rückbildung, die eine Art körpereigene Schutzfunktion ist, vorübergehende Schmerzen auf.

Bei heftigen Bewegungen können sich gestielte Myome um ihre eigene Achse drehen, so dass die Durchblutung des Myoms verhindert wird. Ein gestieltes Myom ist über einen dünnen Steg mit der Gebärmutter verbunden. Es kann in den Bauchraum oder in die Gebärmutterhöhle ragen. Die Verdrehung des gestielten Myoms ist ein akuter und schmerzvoller Vorgang, der sehr selten vorkommt. Je nach Lage können gutartige Gewebeknoten (Myome) ein Druckgefühl beim Sex bereiten (Dyspareunie).

Myome können Krämpfe im Unterleib insbesondere während der Regel hervorrufen. In diesem Falle befinden sich einige kleinere und größere Myome in der Gebärmutterwand (intramural) und behindern sie in ihrer Kontraktionsmöglichkeit. Es kann vorkommen, dass ein Myom, welches direkt unter der Gebärmutterschleimhaut (submukös) so auf natürlichem Wege abgeht. Ein Hinweis: Es leiden viele Frauen ohne das Vorliegen von gutartigen Gewebeknoten (Myome) unter Krämpfen während der Menstruation, z.B. wenn eine Versprengung von schleimhautähnlichen Strukturen in der Gebärmuttermuskulatur vorliegt (Adenomyose). Hier ist eine genaue Abklärung der Ursachen schwierig, aber wichtig.

Harndrang und Verstopfung

Des Weiteren können Myome aufgrund ihrer Größe Druckgefühle im Unterbauch, Darmbeschwerden wie Verstopfung und häufigen Harndrang nach sich ziehen. Ein häufiger Harndrang kann entstehen, wenn die Myome auf die Blase drücken und so ihr Fassungsvermögen einschränken. Myome können so sehr wachsen, dass sich der Bauchumfang vergrößert.

Blutungsstörungen durch Myome

Myome können Blutungsstörungen zur Folge haben, wenn sie die Gebärmuttermuskulatur während der Regel im Zusammenziehen behindern. In der Gebärmutterwand liegende (intramurale) und direkt unter der Gebärmutterschleimhaut liegende (submuköse) Myome sind Kandidaten für dieses Beschwerdebild. Die Schleimhaut kann sich nur verzögert lösen und die blutenden Gefäße verschließen sich nicht rechtzeitig. Die Blutung erfolgt verstärkt und verlängert (Menorrhagie), unregelmäßig (Metrorrhagie) oder ist schmerzhaft (Dysmenorrhoe). Myome können in den Innenraum der Gebärmutter hineinwachsen und die Gebärmutterschleimhaut irritieren. Auch das führt zu unregelmäßigen, stärkeren, gelegentlich langanhaltenden Blutungen.

Blutungsstörungen können viele andere Ursachen haben, wie z.B. Zysten – mit Flüssigkeit gefüllte Kapseln – die sich an den Eierstöcken bilden, Bauchhöhlenschwangerschaften, die „falsche“ Pille, Blutgerinnungsstörungen oder bösartige Neubildungen der Gebärmutter. Am häufigsten treten Blutungsstörungen in den Wechseljahren auf. Sie sind die Folge eines für diese Lebensphase typischen hormonellen Ungleichgewichtes.

Bei den Beschwerden zählt insbesondere Ihre Wahrnehmung. Nur Sie wissen und empfinden, ob Sie eine Blutungsstörung haben oder nicht. Der Rhythmus der Blutungen verändert sich von Lebensphase zu Lebensphase. In Stresszeiten kann die Blutung z.B. ausbleiben. Beobachten Sie bitte Ihren Zyklus über einige Monate hinweg: An wie vielen Tagen haben Sie starke, an wie vielen Tagen schwache Blutungen? Sind die Abstände zwischen Ihren Blutungen ungefähr gleich? So können Sie Ihren eigenen Rhythmus kennenlernen, wenn Sie möchten. Das kann Ihnen die Einschätzung erleichtern, ob bei Ihnen eine Blutungsstörung vorliegt. Seien Sie bitte achtsam, wenn Ihre Blutung länger als sieben Tage dauert oder Sie übermäßig Tampons oder Binden pro Tag benötigen.

Abgeschlagenheit als Folge einer Blutarmut durch zu starke Blutungen

Eine Folge von zu langen oder zu starken Blutungen kann eine Blutarmut (Anämie) sein. Hierbei handelt es sich um eine dauerhafte Absenkung des Bluteisenspiegels, welche die Sauerstoffversorgung des Organismus verschlechtert. Die Zellen stellen sich auf Notversorgung um.

Typische Eisenmangelerscheinungen treten auf:

  • Schlappheit, schnelle Müdigkeit und Abgeschlagenheit,
  • Stimmungsschwankungen,
  • Herzklopfen, Herzjagen,
  • Schwindel,
  • Blässe,
  • brüchige Nägel,
  • Haarausfall.

Ob ein Eisenmangel vorliegt, kann durch ein Blutbild bestimmt werden. Der Eisenmangel kann durch Gabe von Eisenpräparaten reguliert werden. Ein langfristiges Ziel sollte die Rückgewinnung Ihrer Lebensqualität sein. Das kann z.B. bedeuten, die Ursache des Eisenmangels zu regulieren.

Myome und Familienplanung

Gutartige Gewebeknoten (Myome) müssen eine Schwangerschaft weder beeinträchtigen noch beeinflussen. Es gibt Frauen, die ohne Komplikationen mit einer großen myomatös veränderten Gebärmutter (Uterus myomatosus) schwanger geworden und ein Kind zur Welt gebracht haben. Während der Schwangerschaft können Myome durch die Hormonumstellung des Körpers wachsen und weicher werden. Nach der Schwangerschaft verringert sich das Myom auf seine ursprüngliche Größe.

Ein Myom, das direkt unter der Gebärmutterschleimhaut liegt (submukös), oder ein Myom in der Nähe der Eileiter, kann den Eintritt einer Schwangerschaft verzögern oder verhindern. Die Eizelle kann nicht so schnell durch die Eileiter wandern oder sich nicht in der Gebärmutterschleimhaut einnisten, weil das Myom stört. In diesem Fall kann es etwas häufiger zu Fehl- oder Frühgeburten kommen.

Nach einer Geburt kann es passieren, dass eine Gebärmutter sich aufgrund zu großer Myome nicht gut zusammenziehen bzw. zurückbilden kann.

Myome und Verhütung

Bei einer durch gewachsene Myome verlagerten Gebärmutter ist die verhütende Wirkung eines Diaphragma unsicher. Verhüten Sie mit Spirale, kann es je nach Lage, Größe und Anzahl der Myome zu einem Verrutschen derselben kommen. Es kann passieren, dass dadurch die verhütende Wirkung beeinträchtigt wird.

Sehr seltene Beschwerden bei Myomen

In sehr seltenen Fällen kann ein über einen kleinen Steg mit der Gebärmutter verbundener und an deren Außenhaut sitzender gutartiger Gewebeknoten (gestielt subseröses Myom) an anderen Organen festwachsen und deren Blutkreislauf anzapfen.

In sehr seltenen Fällen und bei entsprechender Lage großer gutartiger Gewebeknoten (Myome) können die Harnleiter zusammengedrückt werden. Dadurch kann es zu einem Harnaufstau in den Nieren kommen. In diesem Fall ist eine Operation nötig, damit eine Nierenschädigung abgewendet werden kann. Wenn große Myome vorliegen, sollte ein Mal im Jahr eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und der Harnleiter stattfinden um einen Harnstau auszuschließen. Immer vorausgesetzt, Sie haben das passende Myom dazu: Es muss entweder nach vorn gelagert und groß genug sein oder schwer genug und in der richtigen Position, um Ihre Gebärmutter auf die Blase drücken zu lassen.

Sehr selten kann sich die durch Myome veränderte Gebärmutter so verlagern, dass sie die Harnröhre abdrückt. Die Blase füllt sich sehr stark, gleichzeitig ist ein Wasserlassen nicht möglich. Mit einem dünnen Plastikschlauch (Katheter) kann der Blaseninhalt in diesem Falle abgelassen werden.

In sehr seltenen Fällen kann es passieren, dass ein bösartiges Krebsgeschwür (Sarkom) als gutartiges (benignes) Myom diagnostiziert wird. Allein mit bildgebender Diagnostik ist schwer zu erkennen, ob es sich bei dem Gewebeknoten um ein gutartiges Myom oder ein bösartiges (malignes) Sarkom handelt. Mit der Entnahme einer Gewebeprobe können Sie eine Verwechslung ausschließen. Dies ist ein chirurgischer Eingriff. Bitte fragen Sie Ihren Arzt. Er kann eine Gewebeprobeentnahme durchführen oder veranlassen. Ein Myom wird nicht zu einem Sarkom.

Extrem selten kann ein durchblutungsgestörter gutartiger Gewebeknoten (Myom) erweichen, absterben und schließlich zerfallen. Er wird dann medizinisch als „gangranös“ bezeichnet. Der Zerfall verursacht starke Schmerzen. Ein Frauenarzt bezeichnet ein solches Myom als „verjauchendes Myom“. Diese extrem seltene körpereigene Erscheinung hat nichts mit medizinischen Myom-Therapieformen wie z.B. der Uterusmyomembolisation zu tun, die unter medizinischer Kontrolle und mit einer individuell auf Sie abgestimmten Schmerztherapie die Möglichkeit eines bewusst gesteuerten Myom-Zerfalls einsetzen, um Ihre Myom-Beschwerden zu lindern. Bitte lassen Sie sich durch diese Beschreibung nicht verunsichern.