Gebärmutterentfernung (Hysterektomie)

Gebärmutterentfernung (Hysterektomie)

Kurzzusammenfassung

Das Wort Hysterektomie setzt sich aus zwei altgriechischen Worten zusammen: „hyster“ bedeutet Gebärmutter und „ektome“ steht für entfernen, herausschneiden. Die Gebärmutterentfernung ist ein operatives Verfahren, bei dem der Arzt* den Gebärmutterkörper oder die vollständige Gebärmutter mit Myomen (Uterus myomatosus) entfernt. Beschwerde verursachende Myome können durch eine Hysterektomie entfernt werden. Dabei kann der Arzt zwischen vier Operationstechniken wählen:

  • Vaginale Hysterektomie (VH): Der Zugang zur Gebärmutter erfolgt über die Vagina. Hierzu ist kein Bauchschnitt erforderlich. Bei der vaginalen Hysterektomie handelt es sich um die schonendste Operationsmethode zur Entfernung der Myome-Gebärmutter, sie ist jedoch nicht immer möglich.
  • Laparoskopisch-assistierte vaginale Hysterektomie (LAVH): Es erfolgen einige kleinere Schnitte in die Bauchdecke und gleichzeitig ein Zugang über die Vagina, um Ihre Gebärmutter zu entfernen. Hierbei handelt es sich um ein minimal-invasives Verfahren, da die notwendigen Öffnungen in der Bauchdecke klein sind. Sie können zwischen 5 und 10 mm variieren.
  • Laparoskopische Hysterektomie (LH): Hier erfolgt die Gebärmutterentfernung durch ein bis drei kleine Schnitte in Ihre Bauchdecke.
    • Laparoskopisch suprazervikale Hysterektomie (LASH)Bei dieser Art der Myom-Gebärmutterentfernung bleibt der Gebärmutterhals erhalten, nur der Gebärmutterkörper wird entfernt.
    • Totale laparoskopische Hysterektomie (TLH): Hier wird die Myome-Gebärmutter vollständig entfernt, inklusive Gebärmutterhals. Die Gebärmutterentfernung selbst erfolgt über einen vaginalen Zugang. Die laparoskopischen Verfahren werden aufgrund der kleinen Zugänge über die Bauchdecke als minimal-invasiv bezeichnet.
  • Abdominale Hysterektomie (AH): Mit einem Schnitt in die Bauchdecke öffnet der Operateur den Bauchraum, um die Gebärmutter mit den Myomen zu entfernen. Meist ist es möglich, die abdominale Hysterektomie mit einem sogenannten Bikini-Schnitt durchzuführen. Dieser Schnitt wird parallel zum Schambein an der Schamhaargrenze gesetzt. In Ländern wie z. B. England, Frankreich, USA, etc. ist sie die am häufigsten angewandte Methode zur Gebärmutterentfernung. In Deutschland liegt die Rate der abdominalen Hysterektomien unter 20%. Diese Methode bleibt nur schwierigen Situationen (z.B.: sehr großer Uterus, ausgedehnte Verwachsungen, etc.) vorbehalten.

Die Gebärmutterentfernung findet unter Vollnarkose statt. Je nach Methode variiert der Krankenhausaufenthalt zwischen 3 und 5 Tagen bis hin zu einer Woche. Deutsche Krankenkassen empfehlen einen Mindestaufenthalt im Krankenhaus von 3 Tagen.




Was kann es für mich bewirken?

Mit der Entfernung der Gebärmutter oder einzelner Teile der Gebärmutter werden gleichzeitig die Myome entfernt. Ihre Eierstöcke (Ovarien) bleiben in der Regel erhalten. Es können keine weiteren Myome mehr entstehen. Mit der Entfernung der Gebärmutter als Ultima Ratio treten keine Blutungen mehr ein.

Ist diese Therapie zur Linderung meiner myombedingten Beschwerden geeignet?

Starke Beschwerden durch Myome wie z.B. sehr starke Menstruationsblutungen können Gründe für die Entscheidung zur Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) sein. Ausschlaggebend sind Größe, Anzahl und Lage Ihrer Myome. Ihr Arzt begleitet Sie mit den nötigen Untersuchungen: Mithilfe der bildgebenden Diagnostik, wie z.B. Ultraschall oder MRT, kann er Ihre gutartigen Myome darstellen und Sie so auf Ihrem Entscheidungsweg begleiten.

Frauen reagieren unterschiedlich auf den möglichen Verlust ihrer Gebärmutter. Bitte schenken Sie Ihre Achtsamkeit der Frage: „Welche Bedeutung hat meine Gebärmutter für mich?“. Welche Auswirkungen auf Ihren Alltag hat das Entfernen dieses Organs? Welche Erwartungen, Wünsche und Perspektiven stehen in direktem Zusammenhang? Ihr derzeitiges Alter, Ihr Lebensentwurf wie z.B. Ihre Familienplanung, Partnerschaft, Kinderwunsch etc. können entscheidende Faktoren sein.

Frauen haben eine völlig unterschiedliche Beziehung zu Ihrer Gebärmutter. Bitte überlegen Sie für sich, welche Erwartungen, Wünsche und Perspektiven mit dem Erhalt dieses Organs für Sie verbunden sind. Manche Frauen stehen unter hohem Leidensdruck, wenn sie ihren ersten Besuch beim Arzt aufgrund ihrer Beschwerden machen. Der Druck kann so hoch sein, dass sie ihre Beschwerden samt der Gebärmutter „einfach nur endlich loswerden“ möchten. Es empfiehlt sich, die Entscheidung zu einer Hysterektomie nicht beim ersten Arztbesuch zu fällen. Vielmehr sollten Sie – nach einer gründlichen Untersuchung durch den Arzt – mit ihm gemeinsam die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten für Beschwerde verusachende Myome abwägen. So haben Sie Zeit, über die neuen Informationen nachzudenken und diese mit Personen Ihres Vertrauens zu besprechen. Es ist heute durchaus möglich, dass die endgültige Entscheidung erst nach einer angemessenen Bedenkzeit erfolgt.

Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) und Schwangerschaft

Mit dem Entfernen der durch Myome veränderten Gebärmutter (Uterus myomatosus) ist eine zukünftige Schwangerschaft natürlich ausgeschlossen. Diese Behandlungsmethode setzt voraus, dass bei Ihnen kein Kinderwunsch mehr besteht und Ihre Familienplanung abgeschlossen ist.

Die Vorsorge und Nachsorge

In seltenen Fällen kann – wie bei alternativen operativen Methoden – eine Bluttransfusion während der Gebärmutterentfernung nötig sein. Falls bei Ihnen durch zu starke Blutungen eine Blutarmut (Anämie) vorliegt, so kann es sein, dass Sie während der Operation auf Fremdblut angewiesen sind.

Eine weitere Möglichkeit zur Vorbereitung der Myomentfernung könnte die Einnahme von Medikamenten sein (GnRH- Analoga), um zu starke Blutungen zu verringern oder zum Stillstand zu bringen. Die gleichzeitige Einnahme von Eisenpräparaten ist sinnvoll, um einen guten Ausgangswert vor der Operation zu erreichen.

Im Krankenhaus selbst werden Sie im Vorfeld untersucht:

  • Gynäkologische Untersuchung, Blutuntersuchungen,
  • Röntgen der Lunge,
  • Ultraschalluntersuchung des Harnwegssystems.

Wenn nötig wird ein Elektrocardiogramm (EKG) durchgeführt. Das EKG ist die Aufzeichnung der Summe der elektrischen Aktivitäten all Ihrer Herzmuskelfasern. Im Anschluss werden Sie noch einmal von einem Anästhesisten untersucht und aufgeklärt. Das Aufklärungsgespräch bzgl. der Operation mit dem Stationsarzt kann Sie beruhigen. Hier können Sie alle Fragen stellen, die Sie noch haben. Ihr Arzt wird Ihnen im Rahmen dieses Gespräches den Ablauf der Gebärmutterentfernung genau erklären.

Die Entlassung erfolgt ca. 3-7 Tage nach dem Eingriff, die Wundheilungszeit beträgt in den meisten Fällen etwa eine Woche. Ihr Körper benötigt im Anschluss ausreichend Schonzeit, um sich von der Organentfernung zu erholen. Die Schonzeit ist individuell unterschiedlich. Sie hängt mit Ihrer körperlichen Verfassung vor dem Eingriff zusammen. Im Durchschnitt braucht der Körper 2 bis 4 Wochen zur Regeneration nach der Operation. So kann die Regel gelten, dass Sie selbst am besten merken, wann Sie an die Grenze Ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit kommen. Geben Sie dann bitte Ihrem Körper wieder Gelegenheit zur Ruhe.