Die medikamentöse Anti-Hormontherapie (GnRH-Analoga)

Die medikamentöse Anti-Hormontherapie (GnRH-Analoga)

Kurzzusammenfassung

Die Therapie mit Gonadotropin Releasing Hormon-Analoga (GnRH-Analoga) verändert die Konzentration der Botenstoffe in Ihrem Körper – Ihrer Hormone: Sie senkt den Östrogen- und Progesteronspiegel. Diese Hormone regen unter anderem das Wachstum Ihrer Gebärmutterschleimhaut und der Myome an. Blockieren nun die künstlichen Hormone Ihre körpereigenen Hormone, wird der Aufbau Ihrer Gebärmutterschleimhaut verringert, die Ausschüttung der Hormone wird gebremst, im Idealfall reduziert sich die Größe der Myome in Ihrer Gebärmutter. Zu starke oder zu lange Blutungen können so gelindert werden. 

Die Gabe von Gonadotropin Releasing Hormon-Analoga (GnRH-Analoga) zählt zu den medikamentösen Behandlungsverfahren. Das synthetisch hergestellte Hormonpräparat wird entweder gespritzt (es gibt Spritzen mit 1 Monat und 3 Monaten Depotwirkung) oder als Nasenspray verschrieben. Das Nasenspray wird selten eingesetzt, da auf diese Art dauerhaft gleichmäßige Wirkspiegel nicht gut erreicht werden können. Die Anti-Hormontherapie ist wegen ihrer Nebenwirkungen auf höchstens 6 Monate begrenzt. Während dieser Zeit entspricht der Östrogenwert Ihres Hormonspiegels dem einer Frau in den Wechseljahren oder der Postmenopause. Als Postmenopause wird die Phase im Leben einer Frau bezeichnet, die nach der letzten ovariell bedingten Monatsblutung eintritt.

Was kann die medikamentöse Anti-Hormontherapie (GnRH-Analoga) für mich bewirken?

Die medikamentöse Hormontherapie (GnRH-Analoga) kann zur vorübergehenden Linderung Ihrer Beschwerden, insbesondere von zu starken Blutungen dienen. Das kann Ihnen ein wenig Zeit und Luft verschaffen, um sich in Absprache mit Ihrem Arzt klar darüber zu werden, welche Therapieform zur Beseitigung der myombedingten Beschwerden am besten für Sie geeignet ist. Langfristig gesehen geht es um die Rückgewinnung Ihrer Lebensqualität.

Die Wirkung der GnRH-Analoga auf Ihre gutartigen Gewebeknoten (Myome) ist vorübergehend: In einigen Fällen können die Myome nach dreimonatiger Einnahme des Hormonpräparats schrumpfen. Das kann eine Vorbereitung zur operativen Entfernung Ihrer Myome sein. Weitere Informationen, wie sich z.B. die Gabe von GnRH-Analoga auswirkt auf andere eventuell für Sie in Betracht kommende Myomtherapien, finden Sie im Artikel „Die Kombination der Methoden„. 

Nach Absetzen der künstlichen Hormone wachsen die Myome relativ schnell wieder auf ihre ursprüngliche Größe an, was zur Rückkehr der Beschwerden führt. Deshalb sollte eine gezielte, definitive Therapie unmittelbar im Anschluss an die Hormonbehandlung geplant werden.

Ist diese Therapie zur Linderung meiner myombedingten Beschwerden geeignet?

Ob dieses medikamentöse Behandlungsverfahren für Sie in Frage kommt, lässt sich erst feststellen, wenn Sie die künstlichen Hormone einnehmen. Es kommt auf Ihre Reaktionen an: Wie reagieren Sie, wie Ihr Körper auf die Senkung der Hormonkonzentration? Leiden Sie unter den Auswirkungen der Anti-Hormon Therapie oder kommen Sie gut damit zurecht? 

Während der Einnahme des Hormonpräparates kann Ihr Arzt mit bildgebender Diagnostik (Ultraschall, MRT) erkennen, ob Ihre gutartigen Gewebeknoten (Myome) mit einer Größenreduktion reagieren. In jedem Falle ist die Wirkung auf den Zeitraum beschränkt, in dem Sie die Hormone zu sich nehmen. Ihr Arzt unterstützt und berät Sie auf Ihrem Weg. Dafür braucht er neben Ihren Berichten die Untersuchungen mit bildgebender Diagnostik (Ultraschall, MRT), um die Lage, Größe und Anzahl Ihrer gutartigen Gewebeknoten (Myome) zu bestimmen. Gonadotropin Releasing Hormone-Analoga (GnRH-Analoga) werden ebenfalls bei Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut (Endometriose) und Prostatakrebs gegeben.

Es kann ungewohnt für Sie sein, herauszufinden, welche Behandlungsmethode die richtige für Ihren persönlichen Lebensweg ist. Bitte behalten Sie bei Ihrer Entscheidungsfindung Ihr Ziel vor Augen. Welche Behandlung führt Sie langfristig zu einer Rückgewinnung Ihrer Lebensqualität? Welche Myomtherapie für Sie die optimale Lösung darstellt, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Er hat genau wie Sie ein hohes Interesse daran, dass Sie schnell und langfristig Ihre Lebensqualität wiedergewinnen. Die diagnostischen Untersuchungen können Ihnen dabei helfen. Ihr Arzt kann im Gespräch besser auf Sie eingehen, wenn Sie ihm Ihre Beschwerden , Gefühle und Beobachtungen genau beschreiben können. Wie steht es mit Ihrer Familienplanung? Haben Sie Kinderwunsch oder ist Ihre Lebensplanung dahingehend abgeschlossen?

Die medikamentöse Anti-Hormontherapie (GnRH-Analoga) und Schwangerschaft

Während der Einnahme von künstlichen Anti-Hormonen, die den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut unterbinden, ist eine Schwangerschaft nicht möglich. Nach Absetzen der Hormone können Sie, falls der Wunsch nach einem Kind besteht, erneut versuchen, schwanger zu werden. 

Vorsorge und Nachsorge bei der medikamentösen Anti-Hormontherapie (GnRH-Analoga)

Die Anti-Hormone sollten höchstens 6 Monate lang gegeben werden, um die Nebenwirkungen, welche ihre Einnahme mit sich bringt, zu minimieren. Die Nebenwirkungen entsprechen vielen Beschwerden, über die Frauen in den Wechseljahren klagen (z.B. Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungs- und Appetitschwankungen). Bitte gehen Sie regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen  zu Ihrem Arzt, damit er Ihnen bei Komplikationen oder starkem Unwohlsein möglichst schnell helfen kann. Achten Sie bitte auf starke Veränderungen in Ihrer Gemütslage, die Befindlichkeiten Ihres Körpers und reden Sie ausführlich mit Ihrem Arzt darüber. Er kann bestimmte Nebenwirkungen wie z.B. eine trockene Vagina medikamentös behandeln, wenn Sie es wünschen.