Endometriose

Endometriose

Was ist Endometriose?

Eine mögliche Ursache für Beschwerden wie Blutungsstörungen, Schmerzen während der Regelblutung und Krämpfe kann neben den Myomen in der Gebärmutter (Myome) die sogenannte Endometriose sein. Das Leitsymptom für diese Erkrankung ist der Unterbauchschmerz.  

Die Endometriose ist, genauso wie Myome es sind – gutartig. Der Name der Endometriose wurde von dem Namen der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) abgeleitet, da sich ihre Gewebe ähneln. Bei der Endometriose wachsen im Unterleib an und um die Organe Gebärmutterschleimhaut-ähnliche Gewebe (Endometrioseherde). Davon können Gebärmuttermuskulatur, Eierstöcke und Eileiter, der Darm und die Blase sowie das Bauchfell betroffen sein. Nur in besonders seltenen Fällen weisen andere Organe des Körpers Endometrioseherde auf. Die Endometriose hat vielfältige Erscheinungsbilder und Schweregrade. Sie ist von Frau zu Frau individuell ausgeprägt, wobei das Ausmaß des Erscheinungsbildes nicht immer mit der Stärke der Beschwerden zusammenhängen muss.  

Hormonell bedingtes Wachstum

Das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut-ähnlichen Gewebe auf den Organen im Unterleib wird durch Ihren Hormonzyklus beeinflusst. Je nach Zyklustag und Hormonspiegel wachsen die Endometrioseherde oder halten inne und bleiben unverändert.

Die Endometriose wurde zwar schon 1690 beschrieben, jedoch ist die Ursache für das Wachstum des Gebärmutterschleimhaut-ähnlichen Gewebes im Unterbauch (Endometrioseherde) bis heute unbekannt. Fest steht: es kommen mehrere Faktoren zusammen, wenn eine Endometriose auftritt.

Mögliche Folgen bei Endometriose

Das Wachsen des Gebärmutterschleimhaut-ähnlichen Gewebes kann an den Eierstöcken zu Zysten, sog. „Schokoladenzysten“ führen. Der Inhalt dieser Zysten ist zähflüssig braun, deshalb „Schokoladenzyste.“ Außerdem kann es zu Vernarbungen und Verwachsungen führen. Falls der Darm betroffen ist, kann es zu einer Verengung und damit zu einer Passagestörung des Darminhaltes kommen. Wie sich die Endometrioseherde entwickeln, ist nicht absehbar und von Frau zu Frau verschieden.

Es kann sein, dass Sie gutartige Gewebeknoten in der Gebärmutter (Myome) haben und diese die Ursache für Ihre Beschwerden sind. Es könnte jedoch eine ganz andere Ursache für Ihre Beschwerden geben – unabhängig von den Myomen. Bitte versuchen Sie, sich in ungewohnten Situationen auf sich selbst zu konzentrieren. Was ist nötig und was ist möglich? Welche Beschwerden sind für Sie erträglich? Und wie finden Sie am besten heraus, warum Sie diese Beschwerden haben? Unterstützen Sie Ihren Arzt*, indem Sie mit ihm alles besprechen, was für Sie im Zusammenhang mit Ihren Beschwerden von Bedeutung ist:  z.B. Ihre Körperwahrnehmung, Gefühlslage, mögliche Auszeiten im beruflichen und sozialen Umfeld durch Entscheidung für eine Behandlung.

Wucherung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriose) und Schwangerschaft

Endometriose kann zur Unfruchtbarkeit führen. Es kann zu einer mechanischen Behinderung des Eizelltransportes kommen. Ob zusätzlich Prozesse im körpereigenen Abwehrsystem beteiligt sind, die zu einer Beeinträchtigung führen können, ist noch ungeklärt.

Adenomyose – eine spezielle Form der Gebärmutterschleimhautwucherung

Die Adenomyose ist eine Form der Endometriose. Sie wird als innere Endometriose bezeichnet, da hier die Gewebeherde in die Muskulatur der Gebärmutterwand  hineinwachsen, anstatt – wie bei der äußeren Endometriose – auf oder in anderen Organen wachsen.

Mögliche Untersuchungen zur Bestimmung von Endometriose

Um herauszufinden, ob und in welchem Grade bei Ihnen eine Endometriose vorliegt, kann Ihr Arzt Sie intensiv zu Ihrem Beschwerdebild (Schmerzen, Krämpfe, Blutungsstörungen) befragen. Sie können Ihn unterstützen, indem Sie einige Wochen Ihre Beschwerden beobachten. Schreiben Sie z.B. auf, wann Sie stärker und wann sie schwächer sind.

Danach kann Ihr Arzt – wie bei der Diagnose von Myomen – eine gynäkologische Routineuntersuchung, eine Darmspiegelung und/oder Untersuchungen mit bildgebender Diagnostik (Ultraschall, MR- oder Computertomograph) nutzen, um Klarheit über Ihre körperliche Verfassung zu erlangen.

Wollen Sie ganz sicher sein, was die Diagnose betrifft, können Sie Ihren Arzt um eine Gewebeprobeentnahme bitten. Dies ist ein chirurgischer Eingriff. Mit einer Gewebeprobe kann er die Lage, den Schweregrad und den Wachstumstyp Ihrer Endometriose bestimmen.

Es kann z.B. eine Bauchspiegelung veranlasst werden, um eine Sicherung der Diagnose durch eine Gewebeprobe zu erhalten. Gründe für eine solche Bauchspiegelung können ein unerfüllter Kinderwunsch, anhaltende Unterbauchschmerzen oder eine Funktionseinschränkung verschiedener Organsysteme (Harnleiter, Eierstöcke, Darm) sein. Bei vorliegender Endometriose sprechen Sie bitte Ihren Arzt auf die verschiedenen therapeutischen Verfahren an.